Aufnahmeprocedere
In der Praxis für kleine Kinder ist eine Therapeutin für das Ressort administrative Aufnahme von Kindern und die Organisation der Therapieplätze zuständig (Akquisition/ Koordination). Nach Eingang einer Anmeldung durch die Abklärungsstellen nimmt sie mit den Eltern telefonisch Kontakt auf und vereinbart mit ihnen das weitere Vorgehen. Die Eltern erhalten anschliessend von der behandelnden Logopädin eine Informationsbroschüre mit Lageplan, eine schriftliche Bestätigung der vereinbarten Termine, ein Anmeldeblatt und einen Anamnesebogen zugeschickt.
Beginn der Therapie
Der erste Termin des Kindes wird durch ein Gespräch mit den Eltern ergänzt. Darin werden der therapeutische Ansatz erläutert und die ersten Therapieziele besprochen. Zudem werden die Bezugspersonen über Datenschutz und die Schweigepflicht der Therapeutinnen informiert sowie um Erlaubnis gebeten, den Kinder-/ Hausarzt über den Beginn der Therapie zu informieren und bei Bedarf mit weiteren Fachpersonen, der KiTa- und/oder Spielgruppenleitung Kontakt aufnehmen zu können. Weiter wird um Erlaubnis nachgesucht, das Kind zur Qualitätssicherung (Intervision/ Supervision) filmen zu dürfen. Die Einverständniserklärung erfolgt schriftlich und wird in den Kinderakten aufbewahrt. Die Eltern können Ihre Zustimmung jederzeit widerrufen. Weiter werden die Eltern auf die Vorgehensweise für die Erstellung der Transportkostenrechnung hingewiesen.
Therapieplanung
Ausgehend von den diagnostischen Erkenntnissen und dem Entwicklungsalter des Kindes bezüglich der spracherwerbsbestimmenden Prozesse, werden die Ziele für die Therapiephase festgelegt. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit den Bezugspersonen, indem deren Erwartungen an Therapie und Fachperson abgeholt werden, ebenso wie die erwarteten bzw. erwünschten Veränderungen bezüglich der kindlichen Fähigkeiten.
Für die konkrete Umsetzung richtet sich die Aufmerksamkeit der Therapeutin ganz auf die Ressourcen des Kindes, seine Interessen und Neigungen: In Beziehung treten, Erfahrungen gemeinsam erleben und teilen können, kooperieren und sich austauschen wollen, gehören zu den Hauptaufgaben und bilden ihrerseits wieder die Grundlage für weitere sprachliche Entwicklungsschritte. Auf dieser Basis wird die Therapie zielgerichtet gestaltet.
Durchführung
Die Therapien werden zweimal wöchentlich durchgeführt (55 Minuten, inkl. Begrüssung und Verabschiedung). Diese Intensität erlaubt den Aufbau einer verlässlichen Beziehung zwischen Kind und Therapeutin. Bei Kindern, die bereits eine oder mehrere Therapiephasen absolviert haben oder aufgrund der familiären Situation, kann die Intensität gegebenenfalls auf einen Termin pro Woche reduziert werden.
Die Kinder sind in der Regel ohne ihre Bezugspersonen im Therapiezimmer und bewältigen damit einen wesentlichen Schritt in Richtung Selbständigkeit. Benötigt das Kind die Anwesenheit seiner Bezugspersonen, begleitet und unterstützt die Therapeutin den Loslösungsprozess.
Gearbeitet wird über das Spiel im Einklang mit dem kantonalen Fachkonzept ‚Frühe Sprachbildung’: „Bildungsprozesse in der frühen Kindheit sind immer an konkrete, alltägliche Situationen des Kindes gebunden. Sie sind eingebettet in die Alltagserfahrung und unmittelbare Lebenswelt des Kindes.“ (Bildungsdirektion Kanton Zürich 2017,S. 7). Die Therapeutin orientiert sich an den Interessen des Kindes und unterstützt es im Erwerb erfolgreicher Kommunikationsstrategien. Dabei stehen der Wunsch, mit dem Gegenüber in Kontakt zu treten, der Aufbau von Vorstellungen und das Verstehen von Sprache im Vordergrund.
Phasenmodell
Die Therapie wird in der Regel zweimal wöchentlich in Phasen von drei bis vier Monaten durchgeführt. Hat das Kind den therapeutisch angestrebten Entwicklungsschritt vollzogen und/oder ist eine Blockade aufgelöst, können Kind und Eltern mit den neuen Errungenschaften Erfahrungen sammeln (vgl. Abschnitt Haltung). Die Therapeutin bleibt in dieser Phase im Hintergrund, steht den Bezugspersonen jedoch bei Bedarf zur Verfügung. Nach der etwa dreimonatigen Therapiepause nimmt die Logopädin mit den Eltern Kontakt auf und vereinbart bei Bedarf einen Kontrolltermin.
Die Ergebnisse der Untersuchung werden mit den Eltern besprochen. Bei Bedarf wird eine nächste Therapiephase eingeleitet oder aber eine weitere Kontrolluntersuchung nach Ablauf von drei Monaten vereinbart. Können die angestrebten Veränderungen im Verlauf der ersten drei bis vier Monaten nicht erreicht werden, wird die Therapiephase in Absprache mit den Eltern verlängert.
Gespräche mit den Bezugspersonen
Jede Therapie beginnt mit einer telefonischen und schriftlichen Vorinformation der Eltern. In der ersten Therapiestunde werden das weitere Vorgehen besprochen und gegenseitige Erwartungen geklärt. Anschliessend werden die Eltern innerhalb der ersten vier Wochen zu einem Gespräch eingeladen, in welchem die ersten Erfahrungen geteilt, die Anamnese vertieft, aktuelle Fragen und der weitere Verlauf besprochen werden. Im Verlauf der Therapiephase finden mindestens zwei Elterngespräche statt, nach Bedarf werden diese durch Gespräche mit weiteren involvierten Fachpersonen ergänzt.
Abschluss
Verfügt ein Kind über genügend gute Fähigkeiten und Strategien, um mit anderen Menschen erfolgreich zu kommunizieren, wird die Therapie abgeschlossen. Der Abschluss wird mit den Eltern besprochen und die zuständigen Stellen werden schriftlich informiert.
Benötigt das Kind weitere Unterstützung, werden im Rahmen eines Standortgespräches der Bedarf mit den Eltern diskutiert und die notwendigen Schritte unternommen (Anmeldung Logopädie, IF, Sonderschulung etc.).
Vernetzung
Die Mitarbeitenden der Praxis für kleine Kinder arbeiten vernetzt. Enge Kooperation wird angestrebt, insbesondere mit den Abklärungsstellen, den Kinder- und Hausärzten, der Früherziehung, der Ergotherapie, den regionalen Kinder- und Jugendhilfezentren, der Fachstelle Frühförderung so wie mit den abnehmenden Stellen der Volksschule.